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Dr. Jessica Zenner & Kolleginnen

Kinderzahnärztinnen



Liebe Eltern, 
liebe Sorgeberechtige, 
liebe Betreuende, 

wir haben bei Ihrem Kind die sogenannten Kreidezähne diagnostiziert. Damit Sie besser verstehen, was diese Diagnose bedeutet, haben wir die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt. Ziel ist es, Ihnen einen klaren Überblick über das Krankheitsbild zu geben, Hilfestellung für den Alltag zu leisten und Ihnen zu zeigen, wie Sie die Zähne Ihres Kindes bestmöglich unterstützen können.


Was sind Kreidezähne?

Kreidezähne sind eine entwicklungsbedingte Erkrankung der Zahnhartsubstanz. Der medizinische Fachbegriff lautet Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, kurz MIH.

Der Name zeigt bereits, welche Zähne am häufigsten betroffen sind:


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Molaren:
 B
leibende Backenzähne
Inzisiven: Bleibende Schneidezähne 


Durch die unzureichende Mineralisierung des Zahnschmelzes, auch Hypermineralisation genannt, ist der Gehalt an Kalzium und Phosphat verringert. Der Zahnschmelz ist dadurch fleckig, weich und porös und kann weißlich, gelblich oder bräunlich erscheinen. Umgangssprachlich heißen sie „Kreidezähne“, weil die betroffenen Zähne sprichwörtlich wie Kreide bröckeln. 


Was sind die möglichen Ursachen für Kreidezähne?

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Man geht heute davon aus, dass mehrere Faktoren während der Zahnentwicklung (von der Schwangerschaft bis zum 4. Lebensjahr) eine Rolle spielen können:

  • mögliche Einflüsse von Umweltstoffen (z.B. Bisphenol A in Kunststoffen)
  • Erkrankungen oder Fieber im frühen Kindesalter
  • bestimmte Medikamente oder Antibiotikagabe
  • Probleme während der Schwangerschaft oder Geburt
  • Einflüsse durch Dioxine
  • Infektionskrankheiten wie Windpocken oder Erkrankungen der oberen Atemwege

Auch wenn die genauen Ursachen noch nicht eindeutig erforscht sind, gibt es keinen Hinweis darauf, dass Sie bei Ihrem Kind etwas „falsch gemacht“ haben oder dass die Erkrankung vermeidbar gewesen wäre! 


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Wichtig zu Wissen! 

  • Kreidezähne entstehen bereits während der Zahnentwicklung, dadurch können sie die Erkrankung nicht beeinflussen. 
  • weitere Studien laufen, um die genauen Hintergründe und möglichen Zusammenhänge besser zu verstehen. 
  • entscheidend ist, dass die Zähne jetzt gut gepflegt und regelmäßig kontrolliert werden, damit Ihr Kind keine Nachteile im Alltag hat.


Welche Probleme können durch Kreidezähne auftauchen?

Empfindlichkeit: Kinder klagen oft über Schmerzen bei Kälte, Wärme oder sogar beim Zähneputzen.

Höheres Kariesrisiko: Der weiche, poröse Schmelz macht die Zähne deutlich anfälliger für Karies.

Abplatzen von Zahnschmelz: Schon beim Durchbruch oder kurz danach können Stücke abbrechen

Schwierige Zahnpflege: Wegen der Empfindlichkeit putzen Kinder manchmal ungern, was wiederum das Risiko für Karies erhöht.

Alltagsbelastung: Auch Essen und Trinken (z. B. Eis, heißer Tee) können unangenehm schmerzen.


Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es und worauf sollten Sie achten?

Kreidezähne können nicht rückgängig gemacht oder geheilt werden. Welche Maßnahmen dabei notwendig sind, hängt stark vom Schweregrad der Erkrankung ab, nicht jede Behandlungsmöglichkeit ist für jedes Kind notwendig oder geeignet. 


Mögliche Behandlungsmaßnahmen in der Praxis:

Fluoridierung: In der Praxis können hochkonzentrierte Fluoridlacke aufgetragen werden, die den Zahnschmelz stärken und die Empfindlichkeit verringern.

Fissurenversiegelung: Der weiche, poröse Schmelz macht die Zähne deutlich anfälliger für Karies. 


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Füllungen oder Kronen 

Bei größeren Defekten können Kunststofffüllungen oder bei starkem Substanzverlust eine Teil- oder Vollkrone notwendig sein.


Entfernung einzelner Zähne: 
Bei sehr ausgeprägt betroffenen Seitenzähnen, kann es sinnvoll sein, diese zu Entfernen und die Lücken durch die benachbarten Zähne mit einer Spange zu schließen.

Welche dieser Maßnahmen für Ihr Kind am besten geeignet sind, besprechen wir gemeinsam mit Ihnen in einem individuellen Aufklärungsgespräch in unserer Praxis. Dort gehen wir ausführlich auf den Schweregrad der Erkrankung ein und legen die nächsten Therapieschritte fest.

Bis zu diesem Termin können Sie gemeinsam mit Ihrem Kind aber schon einiges zu Hause tun, um die Zähne zu schützen.


Wichtige Schutzmaßnahmen für zu Hause sind:

  1. Putzen Sie die Zähne Ihres Kindes mindestens zweimal täglich mit fluoridhaltiger Kinderzahnpasta mit 1450 ppm und unterstützen Sie es beim Nachputzen bis etwa zum 9. Geburtstag.
  2. Achten Sie auf zuckerarme Ernährung und möglichst wenig säurehaltige Getränke und Speisen
  3. Verwenden Sie zusätzlich elmex gelee,  GC Tooth Mousse oder GC MI Paste nach Rücksprache mit der Praxis zur Stärkung des betroffenen Schmelzes.
  4. Kommen Sie mit Ihrem Kind regelmäßig zu den zahnärztlichen Kontrolluntersuchungen. Wie oft diese nötig sind, hängt vom Schweregrad der Kreidezähne ab. Grundsätzlich empfehlen die Krankenkassen und wir mindestens einmal pro Halbjahr einen Vorsorgetermin wahrzunehmen (2 mal pro Jahr). Bei ausgeprägten Hypoplasien empfehlen wir vier Kontrollen im Jahr. So können wir den Zustand der Zähne engmaschig überwachen und rechtzeitig eingreifen, falls sich Probleme zeigen.




Für weitere Fragen stehen wir Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Informationen einen guten Überblick über die Erkrankung  geben konnten. Bitte machen Sie sich keine Sorgen – auch wenn Kreidezähne nicht heilbar sind, gibt es viele Möglichkeiten, Ihr Kind bestmöglich zu unterstützen und die Zähne gesund zu erhalten.

Ihr Praxisteam